Hatte kuerzlich ein Gespraech, dass man seine Segnungen zaehlen soll. O'Reilly kam irgendwie dazwischen....
O'Reilley sass inder gemuetlichen Kueche seiner aeltesten Enkelin, schaukelte ihr juengstes auf den Knien und freute sich an dem Gewusel aus Erwachsenen, Kindern, drei Hunden und einer zahmen Gans. Die Zwillinge stuerzten sich mit Freudengeheul auf ihren Onkel Frank, der immer fuer eine Ueberraschung gut war. Heathers Schwaegerin kam gleich dahinter, eine grosse, mit Alufolie bedeckte Auflaufform in der Hand.
Einmal im Monat kam die ganze Familie zusammen und draengte sich um den massiven Holztisch.
Es war voll, es war laut und es war herrlich.
Einen Moment lang wurde es O'Reilley etwas wehmuetig, als er sich daran erinnerte, als sein Sohn noch klein gewesen war und sich von den Verwandten alle in das winzige Cottage der O'Reilley's quetschten. Shannon hatte immer einen riesigen Topf Kartoffelsuppe fertig......
Na ja, sie fehlte ihm halt schon sehr.......
In diesen Moment warf sich der kleine Marcus auf O'Reilley, erschreckte seine kleine Schwester, die empoert loskreischte und drueckte seinen Opa so fest er konnte. "Opa, ich hab dich ganz dolle lieb!"
Dann kuesste er O'Reilley auf die faltige Wange und rannte wieder davon.
O'Reilley taetschelte Nancys Ruecken.
"Na ja," fluesterte er in die weichen Locken, "das hab ich euch auch, ihr Raeuber!"
Montag, 19. Oktober 2009
So ein Kaese, O'Reilly
Diese Geschichte entstand, als eine junge Dame vorschlug, doch mal was ueber Kaese zu schreiben. Ich postete zunaechst unter dem Titel "Na sowas, O'Reilly" mit einem anderen Schluss, den ich hier abgeschnitten habe, da sich das ganze zu sehr wie eine Kindergeschichte las. (Tut es vielleicht immer noch, aber nicht mehr so sehr)
O'Reilly schleppte die Einkaufstasche in die winzige Küche seines Cottage, wo er sie auf den Tisch hievte. Er hatte gerade alles auf den Tisch geräumt, als das Telefon im Wohnzimmer lärmte. Die Tasche auf den Stuhl in der Ecke werfend, schlurfte er davon.
Drei Tage später saß sein Enkel Toby in der Küche, mampfte Bratkartoffeln, spülte alles mit Buttermilch runter und quasselte seinem Großvater ein Ohr ab. Als der Junge dann endlich so weit gesättigt war, daß er die nächste halbe Stunde wohlbehalten überstand (Mensch Opa, nenn mich Socke, ich bin gestopft!) wanderte Toby herum und beguckte sich wie immer die alten, vergilbten Bilder und Sticktücher, die da hingen. Sein Rundweg führte ihn dabei in die Ecke, in der ein alter, klappriger Stuhl stand, den O'Reilleys Großvater selbst noch angefertigt hatte. Plötzlich sagte er "Mensch Opa, hier stinkts aber! Mann, war das die Katze?"
Wie? O'Reilley stutzte.
Die ging doch immer auf ihr Kistchen im Bad oder nach draußen? Er wanderte selbst herum, schnupperte und guckte.
Tatsächlich, na da soll doch.......
Dann bemerkte er die Einkaufstasche und schlagartig fiel ihm etwas ein....
"Na ja," sagte O'Reilly, "guck mal schnell in den Kühlschrank, Jungchen und sag mir, ob der Limburger drin ist."
Der Limburger war nicht im Kühlschrank, sondern in der Einkaufstasche, die in der warmen Küche lag. Und an dem Geruch, der Toby die Zehennägel aufrollte, war auch nicht O'Reillys kleine Tigerkatze schuld, sondern ein importierter Käse aus Deutschand....
O'Reilly schleppte die Einkaufstasche in die winzige Küche seines Cottage, wo er sie auf den Tisch hievte. Er hatte gerade alles auf den Tisch geräumt, als das Telefon im Wohnzimmer lärmte. Die Tasche auf den Stuhl in der Ecke werfend, schlurfte er davon.
Drei Tage später saß sein Enkel Toby in der Küche, mampfte Bratkartoffeln, spülte alles mit Buttermilch runter und quasselte seinem Großvater ein Ohr ab. Als der Junge dann endlich so weit gesättigt war, daß er die nächste halbe Stunde wohlbehalten überstand (Mensch Opa, nenn mich Socke, ich bin gestopft!) wanderte Toby herum und beguckte sich wie immer die alten, vergilbten Bilder und Sticktücher, die da hingen. Sein Rundweg führte ihn dabei in die Ecke, in der ein alter, klappriger Stuhl stand, den O'Reilleys Großvater selbst noch angefertigt hatte. Plötzlich sagte er "Mensch Opa, hier stinkts aber! Mann, war das die Katze?"
Wie? O'Reilley stutzte.
Die ging doch immer auf ihr Kistchen im Bad oder nach draußen? Er wanderte selbst herum, schnupperte und guckte.
Tatsächlich, na da soll doch.......
Dann bemerkte er die Einkaufstasche und schlagartig fiel ihm etwas ein....
"Na ja," sagte O'Reilly, "guck mal schnell in den Kühlschrank, Jungchen und sag mir, ob der Limburger drin ist."
Der Limburger war nicht im Kühlschrank, sondern in der Einkaufstasche, die in der warmen Küche lag. Und an dem Geruch, der Toby die Zehennägel aufrollte, war auch nicht O'Reillys kleine Tigerkatze schuld, sondern ein importierter Käse aus Deutschand....
O'Reilly's Sommertag
Diese Geschichte entstand an einem Tag, an dem eigentlich kein Angelwetter war.....
O'Reilly saß unter der alten Weide im Gras, die knorrigen Füße in das frische, kühle Wasser des munter gurgelnden Baches gestreckt. Neben ihm dümpelte eine sorgfältig festgebundene Flasche Ale. Es war ein herrlicher, irischer Vorsommertag, von der sorte die Touristen nur aus Bücher und Reiseprospekten kennen.
Hinter sich hörte er das kreischen und lachen der Zwillinge Marcus & Shaun, die sich über die Wiese jagten. Johlend sausten sie an ihrem Großvater vorbei und platschten wie Mühlsteine ins Wasser. Mavourneen, die kleine Katze, saß an O'Reillys anderer Seite und brummte maßregelnd. Sie hoffte schon die ganze Zeit auf einen Fisch. Egal, O'Reilly benutze die Angel eh nur als Alibi. "Na ja," erklärte er seinem Stubentiger, "sind halt Jungs."
Summend holte er die Schnur ein, warf sie wieder aus und gähnte.
Er erinnerte sich, als er und seine Brüder hier gespielt hatten. Sie hatten genauso gejohlt und gekreischt, sich wie Mühlsteine ins Wasser platschen lassen und Großvater die Fische vertrieben. Sie hatten sich sonnenbrand geholt, die Schienbeine an der Rinde der Weide aufgeschürft beim hinaufklettern, Forellen "gekitzelt" und Ringkämpfe veranstaltet.
Über O'Reilly in der Weide blökte jemand "Opa, guck mal!" dann fiel ein rothaariges etwas mit einem riesenplatsch in den Bach. Als er sich das Wasser aus den Augen wischte, mußte O'Reilly grinsen. Manchmal war es schon gut wenn sich Geschichte wiederholte.
O'Reilly saß unter der alten Weide im Gras, die knorrigen Füße in das frische, kühle Wasser des munter gurgelnden Baches gestreckt. Neben ihm dümpelte eine sorgfältig festgebundene Flasche Ale. Es war ein herrlicher, irischer Vorsommertag, von der sorte die Touristen nur aus Bücher und Reiseprospekten kennen.
Hinter sich hörte er das kreischen und lachen der Zwillinge Marcus & Shaun, die sich über die Wiese jagten. Johlend sausten sie an ihrem Großvater vorbei und platschten wie Mühlsteine ins Wasser. Mavourneen, die kleine Katze, saß an O'Reillys anderer Seite und brummte maßregelnd. Sie hoffte schon die ganze Zeit auf einen Fisch. Egal, O'Reilly benutze die Angel eh nur als Alibi. "Na ja," erklärte er seinem Stubentiger, "sind halt Jungs."
Summend holte er die Schnur ein, warf sie wieder aus und gähnte.
Er erinnerte sich, als er und seine Brüder hier gespielt hatten. Sie hatten genauso gejohlt und gekreischt, sich wie Mühlsteine ins Wasser platschen lassen und Großvater die Fische vertrieben. Sie hatten sich sonnenbrand geholt, die Schienbeine an der Rinde der Weide aufgeschürft beim hinaufklettern, Forellen "gekitzelt" und Ringkämpfe veranstaltet.
Über O'Reilly in der Weide blökte jemand "Opa, guck mal!" dann fiel ein rothaariges etwas mit einem riesenplatsch in den Bach. Als er sich das Wasser aus den Augen wischte, mußte O'Reilly grinsen. Manchmal war es schon gut wenn sich Geschichte wiederholte.
O'Reilly's Geburtstag.
Ich kannte einmal einen alten Amerikaner Irischer Abstammung, der gerne knurrte und bellte, aber ein weiches Herz hatte und somit in gewisser Weise die Vorlage fuer O'Reilly bot. In loving Memory for W. J. Bailey. Happy Birthday, Grandpappy.
O'Reilly war zufrieden.
Man konnte sogar so weit gehen zu sagen, daß er glücklich war.
Hätte er allerdings niemals zugegeben, da er ja schließlich einen Ruf als Brummbär zu verlieren hatte.
Dem ihm ohnehin niemand abnahm.
Er schaukelte das erste Ur-Enkelchen auf den knochigen alt-Männer-Knien, ließ den Kleinen an den Fingerknöcheln nagen und summte verschleimt ein halbvergessenes Wiegenlied, während er vor sich hin blinzelte.
Sein kleines Cottage am Rande des Dörfchens war zum Bersten gefüllt mit Leuten. Die Luft war zum Schneiden dick mit Zigarettenqualm, Mund-wässernden Aromaschwaden aus der winzigen Küche, dem Rauch des Torffeuers, voller Babywindeln, feuchter Wolle, nassen Hunden und einer Masse Menschen.
Auch den Geräuschpegel mußte man Scheibchenweise reduzieren:
Kreischende, lachende Kinder, brüllende Babies, schimpfende, lachende Mütter, Großmütter, Tanten, Schwestern, Töchter und Kusinen.
Fluchende, lachende Väter, Großväter, Onkel, Vettern, Brüder und Söhne.
Kläffende Hunde.
Gut mit Whisky, Poteen und Bier geölte Kehlen, die nacheinander heitere, unanständige oder wehmütige Irische Weisen anstimmten. Kurzum, ein Irischer Geburtstag, wie es sich gehörte.
So war es immer schon gewesen im Dorf.
Die Jugend zog vielleicht lieber nach Dublin oder so, aber wenn es was zum Feiern gab, waren alle da. Allem zum Trotz, man hielt zusammen.
O'Reilly grinste so breit, daß ihm fast das Gebiss herausgefallen wäre.
Dann erhob er sein Glas Ale und antwortete mit einem gutgelaunten Fluch auf eine liebevolle Beleidigung, legte den anderen Arm um die Schultern seines besten Freundes Finnegan und stimmte mit ein, als jemand "The Hills of Connemara" anstimmte.
Ein kalter Herbststurm umbrauste das kleine Cottage am Rande des kleinen Irischen Dörfchens. Aus den kleinen, blankgewienerten Fenstern schien warmes Licht hinaus in die Dunkelheit, in der ein mißgelaunter Wind neidisch dem fröhlichen Lachen und Singen lauschte.
O'Reilly war zufrieden.
Man konnte sogar so weit gehen zu sagen, daß er glücklich war.
Hätte er allerdings niemals zugegeben, da er ja schließlich einen Ruf als Brummbär zu verlieren hatte.
Dem ihm ohnehin niemand abnahm.
Er schaukelte das erste Ur-Enkelchen auf den knochigen alt-Männer-Knien, ließ den Kleinen an den Fingerknöcheln nagen und summte verschleimt ein halbvergessenes Wiegenlied, während er vor sich hin blinzelte.
Sein kleines Cottage am Rande des Dörfchens war zum Bersten gefüllt mit Leuten. Die Luft war zum Schneiden dick mit Zigarettenqualm, Mund-wässernden Aromaschwaden aus der winzigen Küche, dem Rauch des Torffeuers, voller Babywindeln, feuchter Wolle, nassen Hunden und einer Masse Menschen.
Auch den Geräuschpegel mußte man Scheibchenweise reduzieren:
Kreischende, lachende Kinder, brüllende Babies, schimpfende, lachende Mütter, Großmütter, Tanten, Schwestern, Töchter und Kusinen.
Fluchende, lachende Väter, Großväter, Onkel, Vettern, Brüder und Söhne.
Kläffende Hunde.
Gut mit Whisky, Poteen und Bier geölte Kehlen, die nacheinander heitere, unanständige oder wehmütige Irische Weisen anstimmten. Kurzum, ein Irischer Geburtstag, wie es sich gehörte.
So war es immer schon gewesen im Dorf.
Die Jugend zog vielleicht lieber nach Dublin oder so, aber wenn es was zum Feiern gab, waren alle da. Allem zum Trotz, man hielt zusammen.
O'Reilly grinste so breit, daß ihm fast das Gebiss herausgefallen wäre.
Dann erhob er sein Glas Ale und antwortete mit einem gutgelaunten Fluch auf eine liebevolle Beleidigung, legte den anderen Arm um die Schultern seines besten Freundes Finnegan und stimmte mit ein, als jemand "The Hills of Connemara" anstimmte.
Ein kalter Herbststurm umbrauste das kleine Cottage am Rande des kleinen Irischen Dörfchens. Aus den kleinen, blankgewienerten Fenstern schien warmes Licht hinaus in die Dunkelheit, in der ein mißgelaunter Wind neidisch dem fröhlichen Lachen und Singen lauschte.
O'Reilly's Katze
Jemand machte mal die Bemerkung dass O'Reilly ein Griesgram zu sein schien. Was mich an ein Buch erinnerte, "The Cat and the Curmudgeon" (Die Katze und der Griesgram). Ich habe eine kleine Tigerkatze, die gerne ihren Kommentar abgibt und "antwortet" wenn man sie etwas fragt. So ist es dann passiert.
O'Reilly schob den staubigen, nikotingelben Vorhang vorsichtig zur Seite und spähte hinaus.
Ah, sie war nicht zu sehen, hatte wohl aufgegeben!!
Triumphierend rieb er sich die arthritischen Hände und machte ein paar wackelige Schritte eines Reel.
Lästiges Weib, sich auf seiner Türschwelle breitzumachen und ihn mit schriller Stimme anzublöken, sobald er die Tür auch nur einen Spalt öffnete. Folgte ihm überall hin, sogar in McCarthy's Pub, das schamlose Frauenzimmer. Letzte Woche hatte er versucht, aus dem Fenster des Hinterzimmers zu klettern, damit sie ihn nicht sah, aber das Fenstersims war zu hoch gewesen.
"Na ja," sagte O'Reiily, "was solls, das Fenster war eh zu klein...."
O'Reilly nahm eine weniger schäbige Schiebermütze vom Kleiderrechen an der Wand, band ein etwas saubereres Halstuch um seinen dürren alt-Männer-hals, steckte Hausschlüssel und Brieftasche ein und öffnete pfeifend die blaugestrichene Tür seines kleinen Cottages.
"Mrrouw"
Papst Benedict's Knieschoner!!
Da war sie ja doch schon wieder, das vermaledeite Weib!! Warum nur mußte sie sich von allen Leuten hier im Dorf ausgerechnet Seamus Daniel O'Reilly aussuchen? Was war mit der Witwe Maguire? Warum ging sie da nicht hin? Die verfütterte ihre ganze Rente an die blöden Viecher, da machte eines mehr auch nichts mehr aus.
"Mrrouw!!"
O'Reilley knallte die Haustür zu und ignorierte die kleine Katze.
"MMrrouw!!!"
O'Reilly marschierte unbeirrt weiter, die vor sich hinplappernde Katze hinterher.
"MMRROUW!!!!"
"St. Patricks Pfeifenreiniger!!" schimpfte O'Reilly, "willst du wohl aufhören, hier herumzuzetern?"
Die Katze setzte sich vor ihn hin, gähnte und zwinkerte ihm zu, bevor sie sich das linke Pfötchen leckte.
Shaunessy, der am Gartenzaun lehnte und an seiner Pfeife nuckelte, kicherte. "Na, hat ja einen Heidenrespekt vor dir, die Kleine, was? Erinnert mich an deine Shannon."
O'Reilly sah ihn giftig an, zog die Schiebermütze tiefer in die Stirn und marschierte weiter, die Hände in den Hosentaschen und vor sich hinknurrend. Auf die kleine Tigerkatze achtete er jetzt noch weniger.
"MMRROUW!!!"
"Ach, halt die Klappe!" maulte O'Reilly.
Bei Finnegan angekommen, der wie immer im Garten herumwerkelte, ließ sich O'Reilly auf die Bank fallen, zog ein angegrautes Taschentuch hervor und wischte sich die Stirn.
"Mmrrouw?" erkundigte sich die kleine Katze höflich bei Finnegan, der sich steif hinunterbeugte und ihr das Köpfchen streichelte. "Danke, gut, Mavourneen." sagte er und O'Reilly schnaubte. "Mit Katzen reden, soweit kommt's noch!!
Er suchte unter der Bank nach Finnegans Bierflasche. Die kleine Katze sah ihm zu. Gerade setzte er an, um einen Schluck zu trinken, da sprang sie ihm laut schnurrend auf den Schoß.
"St. Columban's Castagnetten!" fluchte O'Reilly."Laß den Blödsinn!"
Finnegan lachte. "Ich glaub, sie mag dich, du alter Brummbär."
"Na ja......." sagte O'Reilly.
O'Reilly schob den staubigen, nikotingelben Vorhang vorsichtig zur Seite und spähte hinaus.
Ah, sie war nicht zu sehen, hatte wohl aufgegeben!!
Triumphierend rieb er sich die arthritischen Hände und machte ein paar wackelige Schritte eines Reel.
Lästiges Weib, sich auf seiner Türschwelle breitzumachen und ihn mit schriller Stimme anzublöken, sobald er die Tür auch nur einen Spalt öffnete. Folgte ihm überall hin, sogar in McCarthy's Pub, das schamlose Frauenzimmer. Letzte Woche hatte er versucht, aus dem Fenster des Hinterzimmers zu klettern, damit sie ihn nicht sah, aber das Fenstersims war zu hoch gewesen.
"Na ja," sagte O'Reiily, "was solls, das Fenster war eh zu klein...."
O'Reilly nahm eine weniger schäbige Schiebermütze vom Kleiderrechen an der Wand, band ein etwas saubereres Halstuch um seinen dürren alt-Männer-hals, steckte Hausschlüssel und Brieftasche ein und öffnete pfeifend die blaugestrichene Tür seines kleinen Cottages.
"Mrrouw"
Papst Benedict's Knieschoner!!
Da war sie ja doch schon wieder, das vermaledeite Weib!! Warum nur mußte sie sich von allen Leuten hier im Dorf ausgerechnet Seamus Daniel O'Reilly aussuchen? Was war mit der Witwe Maguire? Warum ging sie da nicht hin? Die verfütterte ihre ganze Rente an die blöden Viecher, da machte eines mehr auch nichts mehr aus.
"Mrrouw!!"
O'Reilley knallte die Haustür zu und ignorierte die kleine Katze.
"MMrrouw!!!"
O'Reilly marschierte unbeirrt weiter, die vor sich hinplappernde Katze hinterher.
"MMRROUW!!!!"
"St. Patricks Pfeifenreiniger!!" schimpfte O'Reilly, "willst du wohl aufhören, hier herumzuzetern?"
Die Katze setzte sich vor ihn hin, gähnte und zwinkerte ihm zu, bevor sie sich das linke Pfötchen leckte.
Shaunessy, der am Gartenzaun lehnte und an seiner Pfeife nuckelte, kicherte. "Na, hat ja einen Heidenrespekt vor dir, die Kleine, was? Erinnert mich an deine Shannon."
O'Reilly sah ihn giftig an, zog die Schiebermütze tiefer in die Stirn und marschierte weiter, die Hände in den Hosentaschen und vor sich hinknurrend. Auf die kleine Tigerkatze achtete er jetzt noch weniger.
"MMRROUW!!!"
"Ach, halt die Klappe!" maulte O'Reilly.
Bei Finnegan angekommen, der wie immer im Garten herumwerkelte, ließ sich O'Reilly auf die Bank fallen, zog ein angegrautes Taschentuch hervor und wischte sich die Stirn.
"Mmrrouw?" erkundigte sich die kleine Katze höflich bei Finnegan, der sich steif hinunterbeugte und ihr das Köpfchen streichelte. "Danke, gut, Mavourneen." sagte er und O'Reilly schnaubte. "Mit Katzen reden, soweit kommt's noch!!
Er suchte unter der Bank nach Finnegans Bierflasche. Die kleine Katze sah ihm zu. Gerade setzte er an, um einen Schluck zu trinken, da sprang sie ihm laut schnurrend auf den Schoß.
"St. Columban's Castagnetten!" fluchte O'Reilly."Laß den Blödsinn!"
Finnegan lachte. "Ich glaub, sie mag dich, du alter Brummbär."
"Na ja......." sagte O'Reilly.
O'Reilly's Saunabesuch
Nachdem die erste O'Reilly Mini-Geschichte noch anderswo gepostet wurde, bekam ich eine Nachricht, in der stand: " Alte Maenner wollen nichts ueber andere alte Maenner lesen. Wie waers mit Finnischen Maedels in der Sauna?"
Das kam dabei heraus:
O'Reilly strampelte auf seinem klapprigen Fahrrad mit den abgefahrenen Reifen so schnell es seine alt-Männer-Beine nur zuließen, den holprigen Feldweg entlang. Als er nahe genug war, um zu sehen ob Finnegan auf der Holzbank vor der Haustür saß (und das war schon sehr nahe) begann er zu winken und zu rufen.
"Oy, Finnegan! Na, rate mal!"
Aber Finnegan hatte mal wieder das Hörgerät nicht an und sah ihn auch nicht, denn er hatte die Augen geschlossen und hielt das Gesicht der milden Frühlingssonne entgegen.
"OY!!" schrie O'Reilly nochmal so laut er konnte, stieg umständlich von seinem Drahtesel und riß sich in seiner Eile, durch Finnegans Gartentürchen zu kommen, an einem hervorstehenden Nagel an demselben einen sauberen Triangel in den Hosenboden.
Finnegan fuhr entsetzt zusammen. "Teufelnocheins, O'Reilly, schrei doch nicht herum, als hätte dich der Herr-sei-bei-uns beim Wickel." O'Reilly schnaubte, wischte sich mit einem dreckigen Taschentuch den Schweiß vom kahlen Schädel und genehmigte sich einen Schluck aud Finnegan's Bierflasche. Dann zog er einen zerknitterten Briefumschlag aus der Tasche und wedelte damit vor dem Gesicht seines besten Freundes.
"Na ja," sagte O'Reilly, "ich hab' doch bei dem Preissausschreiben in der AN PHOBLACHT Zeitung mitgemacht, nicht?" "Jo," grunzte Finnegan und machte die Augen wieder zu. "Na ja," sagte O'Reilly, "und diesmal hab ich gewonnen." "Donnerlittchen!" meinte Finnegan anerkennend und rückte die alte Schiebermütze tiefer in die Stirn. "Und was?" "Na ja," sagte O'Reilly, "Wellnesswochenende mit einem Sauna besuch, eben...."
Finnegan grinste. "Warst du schon mal in einer Sauna, Danny?" "Na ja," sagte O'Reilly, "eh, nö."
Diesmal kicherte Finnegan, aber sagte nichts.
Zwei Wochen später war es soweit, O'Reilly strampelte zum Bahnhof mit seinem Pappköfferchen, stieg in den Zug und dampfte ab nach Dublin, seinem Wellnesswochenende entgegen, auch wenn er sich nichts dabei vorstellen konnte.
Ein quietschsauberer, gewellnesster und sehr ruhiger O'Reilly stieg am Montag aus dem Zug, auf sein Fahrrad und strampelte den Feldweg zu Finnegans Cottage hinunter. Finnegan war im Garten und band die Tomaten hoch.
Als er O'Reilly sah, nahm er die Pfeife aus dem Mund. "Na?" war alles was er sagte.
O'Reilly sah aus wie ne Katze, die den Kanari gefressen hatte. "Na ja," sagte O'Reilly, "war schon schön, nicht? Vor allem in der Sauna...."
Die beiden sahen eine Weile einem kleinen Sperling zu, der im Beet herumpickte.
"Mädels auch?" fragte Finnegan dann.
"Na ja," sagte O'Reilly, "schon. Aus Finnland...." Er genehmigte sich noch einen Schluck aus Finnegans Bierflasche.
Das kam dabei heraus:
O'Reilly strampelte auf seinem klapprigen Fahrrad mit den abgefahrenen Reifen so schnell es seine alt-Männer-Beine nur zuließen, den holprigen Feldweg entlang. Als er nahe genug war, um zu sehen ob Finnegan auf der Holzbank vor der Haustür saß (und das war schon sehr nahe) begann er zu winken und zu rufen.
"Oy, Finnegan! Na, rate mal!"
Aber Finnegan hatte mal wieder das Hörgerät nicht an und sah ihn auch nicht, denn er hatte die Augen geschlossen und hielt das Gesicht der milden Frühlingssonne entgegen.
"OY!!" schrie O'Reilly nochmal so laut er konnte, stieg umständlich von seinem Drahtesel und riß sich in seiner Eile, durch Finnegans Gartentürchen zu kommen, an einem hervorstehenden Nagel an demselben einen sauberen Triangel in den Hosenboden.
Finnegan fuhr entsetzt zusammen. "Teufelnocheins, O'Reilly, schrei doch nicht herum, als hätte dich der Herr-sei-bei-uns beim Wickel." O'Reilly schnaubte, wischte sich mit einem dreckigen Taschentuch den Schweiß vom kahlen Schädel und genehmigte sich einen Schluck aud Finnegan's Bierflasche. Dann zog er einen zerknitterten Briefumschlag aus der Tasche und wedelte damit vor dem Gesicht seines besten Freundes.
"Na ja," sagte O'Reilly, "ich hab' doch bei dem Preissausschreiben in der AN PHOBLACHT Zeitung mitgemacht, nicht?" "Jo," grunzte Finnegan und machte die Augen wieder zu. "Na ja," sagte O'Reilly, "und diesmal hab ich gewonnen." "Donnerlittchen!" meinte Finnegan anerkennend und rückte die alte Schiebermütze tiefer in die Stirn. "Und was?" "Na ja," sagte O'Reilly, "Wellnesswochenende mit einem Sauna besuch, eben...."
Finnegan grinste. "Warst du schon mal in einer Sauna, Danny?" "Na ja," sagte O'Reilly, "eh, nö."
Diesmal kicherte Finnegan, aber sagte nichts.
Zwei Wochen später war es soweit, O'Reilly strampelte zum Bahnhof mit seinem Pappköfferchen, stieg in den Zug und dampfte ab nach Dublin, seinem Wellnesswochenende entgegen, auch wenn er sich nichts dabei vorstellen konnte.
Ein quietschsauberer, gewellnesster und sehr ruhiger O'Reilly stieg am Montag aus dem Zug, auf sein Fahrrad und strampelte den Feldweg zu Finnegans Cottage hinunter. Finnegan war im Garten und band die Tomaten hoch.
Als er O'Reilly sah, nahm er die Pfeife aus dem Mund. "Na?" war alles was er sagte.
O'Reilly sah aus wie ne Katze, die den Kanari gefressen hatte. "Na ja," sagte O'Reilly, "war schon schön, nicht? Vor allem in der Sauna...."
Die beiden sahen eine Weile einem kleinen Sperling zu, der im Beet herumpickte.
"Mädels auch?" fragte Finnegan dann.
"Na ja," sagte O'Reilly, "schon. Aus Finnland...." Er genehmigte sich noch einen Schluck aus Finnegans Bierflasche.
Na ja, sagte O'Reilly
Der Satz "Na ja, sagte O'Reilly" ist mir vor einiger Zeit mal eingefallen und hat mich nicht mehr in Ruhe gelassen, bis ich was damit gemacht habe. Diese Geschichte wurde damals auf happy-size community das erste mal gepostet.
Alle saßen noch bei Finnegan in der Küche, die nassen Stiefel bei der Tür und die Füsse in den dicken Wollsocken zum Torffeuer hingestreckt.
Die mehr oder weniger Aromatischen Gerüche im Raum vereinigten sich zu einem interessanten Medley, das einzigartig für die vielen kleinen Cottages in ganz Irland typisch war, in denen verwitwete, alte Männer lebten: Torffeuer, nasse Wolle, alt-Männer-Geruch, Stinkefüsse, selbstgebrannter Whiskey (Poteen kuriert alles, mein Engelchen), gekochter Grünkohl, in ranzigem Schmalz geröstetes Brot, Bratkartoffeln und Pupse. Wie gesagt, nicht sehr lecker, aber interessant.
Witwe Conolly kam dreimal die Woche und tat so, als würde sie den Kampf gegen Finnegan's Unordnung aufnehmen, aber seien wir mal ehrlich, wenn sie wieder ihr Kopftuch umband, ihren Schirm nahm und sich auf ihr klappriges Fahrrad schwang, sah es jedesmal schlimmer aus als vorher.
Finnegan bohrte im Ohr und widmete sich wieder seinen Gästen. "Na ja," sagte O'Reilley grade, "so sieht's jedenfalls aus. Es lässt sich nun mal nicht vermeiden, dass der Papst Katholisch ist." Campbell knurrte und Shaunessy kicherte.
Lange saßen sie da, starrten ins Torffeuer und hingen ihren Gedanken nach, hin und wieder an den Gläsern und Tassen mit Poteen nippend.
"Na ja," sagte O'Reilley wieder, "wisst ihr noch, wie wir immer über unsere Frauen geschimpft haben, wenn sie verlangten, dass wir uns rasierten und in die Wanne stiegen, ob's nötig war oder nicht, uns zur Kirche schleppten und verlangten, nicht mit vollem Mund zu sprechen?" Die vier anderen nickten.
"Na ja," sagte O'Reilley, "War gut, damals,nicht?" Alle nickten, bis auf Conolly, der immer noch mit seiner Mutter und Schwägerin unter einem Dach lebte. Er hustete. "Worauf willst du eigentlich hinaus, Danny?" fragte er dann.
"Na ja, "sagte O'Reilley, "das hab ich vergessen....."
Die Männer seufzten, tranken ihren Poteen, starrten ins Torffeuer und hingen ihren Gedanken nach, während ein sanfter, irischer Sommerregen leise auf das Dach eines kleinen Cottages voll alter, verwitweter Männer rieselte.
Alle saßen noch bei Finnegan in der Küche, die nassen Stiefel bei der Tür und die Füsse in den dicken Wollsocken zum Torffeuer hingestreckt.
Die mehr oder weniger Aromatischen Gerüche im Raum vereinigten sich zu einem interessanten Medley, das einzigartig für die vielen kleinen Cottages in ganz Irland typisch war, in denen verwitwete, alte Männer lebten: Torffeuer, nasse Wolle, alt-Männer-Geruch, Stinkefüsse, selbstgebrannter Whiskey (Poteen kuriert alles, mein Engelchen), gekochter Grünkohl, in ranzigem Schmalz geröstetes Brot, Bratkartoffeln und Pupse. Wie gesagt, nicht sehr lecker, aber interessant.
Witwe Conolly kam dreimal die Woche und tat so, als würde sie den Kampf gegen Finnegan's Unordnung aufnehmen, aber seien wir mal ehrlich, wenn sie wieder ihr Kopftuch umband, ihren Schirm nahm und sich auf ihr klappriges Fahrrad schwang, sah es jedesmal schlimmer aus als vorher.
Finnegan bohrte im Ohr und widmete sich wieder seinen Gästen. "Na ja," sagte O'Reilley grade, "so sieht's jedenfalls aus. Es lässt sich nun mal nicht vermeiden, dass der Papst Katholisch ist." Campbell knurrte und Shaunessy kicherte.
Lange saßen sie da, starrten ins Torffeuer und hingen ihren Gedanken nach, hin und wieder an den Gläsern und Tassen mit Poteen nippend.
"Na ja," sagte O'Reilley wieder, "wisst ihr noch, wie wir immer über unsere Frauen geschimpft haben, wenn sie verlangten, dass wir uns rasierten und in die Wanne stiegen, ob's nötig war oder nicht, uns zur Kirche schleppten und verlangten, nicht mit vollem Mund zu sprechen?" Die vier anderen nickten.
"Na ja," sagte O'Reilley, "War gut, damals,nicht?" Alle nickten, bis auf Conolly, der immer noch mit seiner Mutter und Schwägerin unter einem Dach lebte. Er hustete. "Worauf willst du eigentlich hinaus, Danny?" fragte er dann.
"Na ja, "sagte O'Reilley, "das hab ich vergessen....."
Die Männer seufzten, tranken ihren Poteen, starrten ins Torffeuer und hingen ihren Gedanken nach, während ein sanfter, irischer Sommerregen leise auf das Dach eines kleinen Cottages voll alter, verwitweter Männer rieselte.
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